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Trierer Grüne knüpfen Bedingungen an Zustimmung zum kommunalen Entschuldungsfonds:
Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und Fairness
13.09.2011

Bündnis 90/Die Grünen Trier-Saarburg formulieren drei wesentliche Bedingungen für ihre Zustimmung zum kommunalen Entschuldungsfonds. Dies erklärten die finanzpolitischen SprecherInnen des Kreisvorstandes Petra Kewes und Wolf Buchmann anlässlich der heute beginnenden Verhandlungen über den Vertrag zum kommunalen Entschuldungsfonds zwischen der Stadt Trier und dem Land. Die Stadt müsse ihre Unabhängigkeit bewahren, die Einsparungen müssen nachhaltig sein und der kommunale Finanzausgleich reformiert und fair gestaltet werden.

Erstens müsse die Stadt Trier weiterhin unabhängige Spielräume zur freiwilligen Gestaltung von Aufgaben haben. "Dieser Kern der kommunalen Selbstverwaltung darf nicht angetastet werden. Wir werden uns nicht an die Leine des Landes legen lassen. Es kann nicht sein, dass der demokratisch gewählte Stadtrat nur noch das darf, was ihm das Land erlaubt," so Petra Kewes und weiter: "Wir werden in Zukunft nicht mehr alles tun können, was wünschenswert ist. Aber die Entscheidung über die Prioritäten muss beim Stadtrat bleiben."

Zweitens müsse der Vertrag nachhaltig sein. Wenn der Verkauf städtischen Vermögens oder die Streichung von Aufgaben Folgekosten verursache, müssten diese sorgfältig gegengerechnet werden. "Einsparungen auf Kosten künftiger Generationen sind mit uns nicht zu machen," erläutert Wolf Buchmann. Insbesondere warnt er davor, bei Jugendarbeit, Schulen und der Unterstützung hilfebedürftiger Familien zu sparen. "Mit jedem Cent, den wir hier zu viel sparen, zerstören wir die Zukunft von Menschen. Wir legen aber auch den Grundstein dafür, vermeidbare Kosten für Sozialleistungen und Kriminalitätsbekämpfung zu verursachen," so Buchmann.

Drittens müsse das Land akzeptieren, dass es den kommunalen Finanzausgleich grundlegend reformieren müsse. Der städtische Haushalt weise ein strukturelles Defizit auf. Dies bedeutet, dass die Stadt Trier auch bei Ausschöpfung aller Einsparpotentiale nicht in der Lage sei, den Haushalt auszugleichen. "Die Ausgaben, zu denen die Stadt gesetzlich verpflichtet ist, sind deutlich höher als die Einnahmen. Daran kann die Stadt nichts Grundsätzliches ändern. Die rot-grüne Landesregierung muss den Kommunen ausreichend Mittel zur Verfügung stellen. Einerseits müssen die Landkreise angemessen an den Kosten der Leistungen, die in Trier zentral zur Verfügung gestellt werden, beteiligt werden. Andererseits muss das Land Geld in die Hand nehmen, damit der finanzielle Mindestbedarf gedeckt werden kann," so Kewes. Bündnis 90/ Die Grünen Trier-Saarburg sind optimistisch, dass die rot-grüne Landesregierung ihr Versprechen umsetzt, den Kommunen zu helfen. Dennoch müsse der Oberbürgermeister massiv Druck machen. "Der kommunale Entschuldungsfonds ist ein erster Schritt, aber er reicht bei weitem nicht aus," so Kewes.

Bündnis 90/ Die Grünen Trier-Saarburg gehen davon aus, dass der vorgesehene Zeitplan für die Verhandlungen nicht eingehalten werden kann. Danach soll eine Entscheidung in den kommenden Wochen fallen. "Der Vertrag muss sorgfältig verhandelt werden. Danach muss er der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden. Eine Beteiligung am kommunalen Entschuldungsfonds hat für die Triererinnen und Trierer weitreichende Konsequenzen. Deshalb darf eine derartige Entscheidung nicht unter Druck getroffen werden. Wir wollen eine offene und intensive Diskussion mit allen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch innerhalb des Stadtrates gewährleisten," so Buchmann abschließend.

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